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Woran man gute Zirbenprodukte erkennt — eine Kaufhilfe

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Woran man gute Zirbenprodukte erkennt — eine Kaufhilfe

Zirbe verkauft sich gut, und das lockt an. Neben Werkstätten, die das Holz seit Generationen verarbeiten, steht Ware, die mit der Zirbe nur den Namen teilt. Diese sechs Punkte helfen beim Unterscheiden — im Laden wie im Internet.

1. Riecht es, wenn man daran reibt?

Der einfachste Test. Echtes Zirbenholz gibt beim Reiben mit dem Daumen sofort Duft ab, auch nach Jahren. Riecht ein Stück nur an der Oberfläche stark und beim Anschleifen gar nicht, wurde nachgeholfen — meist mit Duftöl auf billigerem Nadelholz.

2. Sind die Äste da, wo sie hingehören?

Die Zirbe ist ein astreiches Holz. Kleine, feste, dunkle Äste sind ihr Erkennungszeichen und kein Makel. Ein Stück, das völlig gleichmäßig und astfrei aussieht, ist entweder aus dem teuersten Teil des Stammes oder gar keine Zirbe.

3. Massiv oder verleimt?

Bei einer gedrechselten Schale sieht man es an der Maserung: Läuft sie durchgehend über die Wandung, ist es ein Stück. Sind gerade Linien im Abstand von wenigen Zentimetern sichtbar, wurden Leisten verleimt. Verleimt ist nicht automatisch schlecht — bei großen Flächen ist es sogar formstabiler. Bei einer kleinen Schale ist es aber ein Zeichen für günstigere Fertigung.

4. Wie fühlt sich die Oberfläche an?

Unbehandeltes oder geöltes Holz fühlt sich warm und leicht saugend an. Lackiertes Holz fühlt sich kühl und glatt an wie Kunststoff — und riecht nicht mehr. Wer Zirbe wegen des Duftes kauft, sollte lackierte Ware meiden.

5. Steht dabei, woher das Holz kommt?

Seriöse Anbieter nennen die Region. Zirbe wächst im gesamten Alpenraum und in den Karpaten; osteuropäisches Holz ist nicht schlechter, aber wer „Alpenzirbe" schreibt und nichts belegt, verkauft ein Gefühl. Fragen Sie ruhig nach — ein Betrieb, der selbst verarbeitet, kann die Frage beantworten.

6. Ist der Preis plausibel?

Eine handgedrechselte Schale ist ein bis zwei Stunden Arbeit plus Holz plus Trocknungszeit, die Monate dauern kann. Wer eine 25-cm-Schale für zwanzig Euro anbietet, hat sie nicht gedrechselt, sondern auf einer Kopierfräse in Serie hergestellt. Auch das kann ordentliche Ware sein — es sollte nur nicht als Handarbeit ausgegeben werden.

Und was Sie ruhig ignorieren dürfen

Gesundheitsversprechen mit großen Zahlen. Wenn ein Anbieter mit medizinischen Wirkungen wirbt statt mit dem Holz, sagt das mehr über den Anbieter als über das Produkt.

Geschrieben in der Zirbendrechslerei Pinalis in St. Ulrich, Gröden.

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