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Zirbenholz und Schlaf: Was die Forschung wirklich zeigt

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Zirbenholz und Schlaf: Was die Forschung wirklich zeigt

Wer nach Zirbenholz sucht, stößt schnell auf eine Zahl: 3.500 Herzschläge weniger pro Tag. Sie wird in Werbetexten so oft wiederholt, dass kaum noch jemand fragt, woher sie stammt. Wir arbeiten seit Jahren mit diesem Holz und finden: Die Zirbe hat es nicht nötig, überhöht zu werden. Deshalb hier, was tatsächlich untersucht wurde.

Die Untersuchung von Joanneum Research

Die bekannte Zahl geht auf eine Untersuchung des Instituts Joanneum Research in Weiz (Steiermark) aus dem Jahr 2003 zurück. Untersucht wurde, wie Menschen auf einen Aufenthalt in einem Raum mit Zirbenholz gegenüber einem optisch gleich gestalteten Raum mit Holzdekor reagieren. Gemessen wurden unter anderem Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und Befinden.

Das Ergebnis: In der Zirbenumgebung lag die Herzfrequenz niedriger, besonders in Belastungsphasen und in der Nacht. Hochgerechnet auf einen Tag ergab sich jene Einsparung an Herzschlägen, die heute überall zitiert wird. Die Teilnehmer berichteten außerdem von besserer Erholung und einem geringeren Gefühl von Anspannung.

Was die Studie nicht sagt

Ehrlicherweise gehört dazu: Es handelte sich um eine kleine Untersuchung mit wenigen Teilnehmern, sie ist über zwanzig Jahre alt und wurde nicht in großem Maßstab wiederholt. Sie belegt keine Heilwirkung, sie behandelt keine Schlafstörung und sie ersetzt keinen Arztbesuch. Wer unter anhaltenden Schlafproblemen leidet, ist mit einer ärztlichen Abklärung besser bedient als mit einem Stück Holz.

Was sich seriös sagen lässt: Zirbenholz riecht angenehm, es duftet über Jahre nach, und viele Menschen empfinden diesen Duft als beruhigend. Das ist kein kleiner Effekt — Geruch wirkt direkt auf jene Hirnregionen, die für Stimmung und Erinnerung zuständig sind. Ob daraus messbar besserer Schlaf wird, hängt vom Menschen ab.

Woher der Duft kommt

Verantwortlich sind die ätherischen Öle im Holz, allen voran Pinosylvin. Die Zirbe (Pinus cembra) wächst an der Waldgrenze, oft über 1.800 Metern, und braucht für einen Zentimeter Durchmesser viele Jahre. Dieses langsame Wachstum ist der Grund für den hohen Ölanteil — und dafür, dass ein Zirbenstück auch nach Jahrzehnten noch riecht, wenn man es anschleift.

Was im Schlafzimmer ankommt

Aus unserer Erfahrung gilt: Die Menge macht den Unterschied. Ein kleiner Deko-Gegenstand auf dem Regal duftet, aber er verändert die Luft eines Zimmers nicht. Spürbar wird es bei

  • einem Kissen mit Zirbenspänen direkt am Kopfkissen,
  • einer offenen Schale mit Zirbenlocken auf dem Nachttisch,
  • oder, am deutlichsten, einem Zirbenbett.

Der Duft ist am Anfang kräftig und wird nach einigen Wochen ruhiger. Er ist nicht weg — das Holz gibt weniger ab, und die Nase gewöhnt sich. Ein kurzes Anrauen mit feinem Schleifpapier oder das Aufschütteln der Späne bringt ihn zurück.

Unser Rat

Kaufen Sie Zirbe, weil sie gut riecht, schön altert und aus einem Wald kommt, den es in fünfzig Jahren noch geben soll. Wenn Sie ruhiger schlafen: umso besser. Aber lassen Sie sich nichts versprechen, was ein Stück Holz nicht halten kann.

Geschrieben in der Zirbendrechslerei Pinalis in St. Ulrich, Gröden.

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